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Marienfeste im Kirchenjahr

Der Kreis der Marienfeste im Kirchenjahr dient der Würdigung, dass Maria der einzige Mensch ist, der die Liebe und Freundschaft Gottes vorbehaltlos angenommen hat. Sie ist deshalb Urbild der Kirche und Beginn der durch Christus erneuerten Schöpfung. Maria ist in diesem Sinne Urbild und Vorbild, Patronin und Mutter aller Christen.
Die Marienverehrung entstand im Osten und wurde allmählich in der lateinischen Kirche übernommen. Maria wird in vielfältigen Nöten des Lebens angerufen, ebenso wird eine Reihe von Tieren und Pflanzen mit Maria in Verbindung gebracht.
Der Oktober gilt seit dem Mittelalter als Rosenkranzmonat und ist - wie der Mai - noch als Marienmonat - der Gottesmutter Maria geweiht. Bis heute steht die Marienverehrung in einem breiten Rahmen der Volksfrömmigkeit.

 

Mariä Empfängnis (8. Dezember)

Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, kurz Mariä Empfängnis, ist seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar. Durch die Dogmatisierung der Unbefleckten Empfängnis 1854 hat dieses Fest ein neues Gewicht bekommen.
Am diesem Fest gedenkt die Kirche des Ereignisses, dass die Jungfrau Maria selbst von ihrer Mutter Anna ohne Erbsünde empfangen wurde, da Maria auserwählt war, Jesus, Gottes Sohn, zur Welt zu bringen. Erbsünde meint die automatisch bei der Menschwerdung erfolgende Belastung mit der Ursprungssünde, d.h. der Trennung von Gott. Maria wurde ohne diese Erbsünde empfangen. Bei uns wurde die Erbsünde durch die Taufe getilgt.

 

Mariä Heimsuchung (2. Juli)

Acht Tage nach dem Geburtsfest Johannes des Täufers (24. Juni) wird das Fest Mariä Heimsuchung gefeiert. Es erinnert an den Besuch der Gottesmutter bei ihrer Base Elisabeth, die schwanger mit Johannes ist, dem Wegbereiter Jesu (Lk 1,39-45). Elisabeth grüßt Maria mit den Worten: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Maria antwortet mit ihrem berühmten Loblied, dem Magnificat. "Meine Seele preist die Größe des Herrn." (Lk 1,46-55)

 

Mariä Aufnahme in den Himmel (15. August)

Am 15. August feiern wir in der römisch-katholischen Kirche das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel: Die Konsequenz des Osterfestes, an dem wir die Überwindung des Todes durch die Auferstehung Jesu Christi feiern, wird an diesem Festtag konkret: Maria ist als Erste voll und ganz in die Gottesgemeinschaft aufgenommen und gibt uns auch darin ein leuchtendes Vorbild im Glauben. Dürfen doch auch wir hoffen und gläubig darauf vertrauen, dass uns – verbunden mit Christus – einst ebenso mit Leib und Seele ein Leben in Fülle in der ewig beglückenden Gegenwart Gottes geschenkt sein wird. 

Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, im Volksmund missverständlich „Mariä Himmelfahrt“ genannt, wurde schon im 6. Jahrhundert als Fest der „Entschlafung“ Mariens gefeiert, Ende des 6. Jahrhunderts vom oströmischen Kaiser Mauritius auf den 15. August gelegt und bald auch im Westen an diesem Termin gefeiert. Den auf diese Weise schon lange bekannten und gefeierten Glauben der Kirche hat schließlich Papst Pius XII. im Jahr 1950 in ein Dogma gefasst und damit auch eine Aussage über die Bestimmung jedes Menschen getroffen: „Kraft der Autorität unseres Herrn Jesus Christus … verkünden, erklären und definieren wir: Es ist von Gott geoffenbarte Glaubenslehre, daß die Unbefleckte Gottesgebärerin und immerwährende Jungfrau Maria nach Vollendung des irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“ (DH 3903)

Am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel wird in der katholischen Kirche seit über tausend Jahren eine Kräutersegnung vorgenommen. Dazu werden verschiedene Heilkräuter und Blumen zu Sträußen gebunden und zum Gottesdienst mitgebracht. Sowohl die Schönheit der Schöpfung als auch das uns von Gott zugesprochene Heil, das in besonderer Weise an Maria schon vollendet ist, werden dadurch versinnbildlicht. Der Brauch geht wohl auf eine Legende zurück, wonach die Jünger das Grab Mariens geöffnet und statt des Leichnams wohlduftende Blüten und Kräuter vorgefunden haben sollen.

Mit dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August beginnen in der katholischen Kirche die vor allem im süddeutschen Raum sogenannten „Frauendreißiger“: gemeint sind 30 Tage der besonderen Marienverehrung. Im Volkstum werden Pflanzen, die in dieser Zeit blühen, besondere Heilkräfte zugesprochen.

 

Mariä Geburt (8. September)

Das Fest Mariä Geburt ist aus dem Weihefest der Kirche der Gottesmutter an ihrem angeblichen Geburtsort Jerusalem Ende des fünften Jahrhunderts entstanden. Heute ist diese Kirche der Mutter Marias, der heiligen Anna, geweiht. Bereits im siebten Jahrhundert feierte man „Mariä Geburt“ schon im Osten und im Westen der Kirche.
Während man anderer Heiliger üblicherweise an deren Todestag gedenkt, sind neben Christus nur seine Mutter Maria und Johannes der Täufer durch ein Geburtsfest im kirchlichen Festkalender gewürdigt. Dies ist in ihrer besonderen heilsgeschichtlichen Rolle begründet.

Im Laufe des Kirchenjahres gibt es weitere Gedenktage Mariens (z.B. ULF von Loujdes, ULF von Rosenkranz, ULF von Guadalupe)