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Bedeutung des Gebets

Beten ist eine besonders tiefe Ausdrucksform unseres Glaubens. Wir begegnen Gott und reden mit ihm. Wie jede Beziehung lebt auch unsere Gottesbeziehung von Begegnung und Gespräch.

 

Es gibt keine menschliche Beziehung ohne Gespräch.
Es gibt keine Beziehung zu Gott ohne Gespräch.
Das Gespräch mit Gott nennen Christen Gebet.

 

Wir können beten, weil wir an einen persönlichen Gott glauben, an ein Du. Gott spricht zu uns Menschen und wir können ihn anreden. Beten besteht nicht nur darin, dass wir Gott etwas sagen möchten, sondern gleichzeitig auch darin, dass wir hören, was er uns sagen will. Gott weiß, was wir brauchen.

In der Begegnung mit Gott werden wir uns tiefer bewusst, wer wir sind. Wir tragen vor ihn, was uns bewegt. Unser Beten ist Lobpreis und Klage, Dank und Bitte, Ausdruck von Vertrauen und Solidarität in eigenen Worten oder formulierten Gebeten.

In der Bibel gehört das Beten ganz selbstverständlich zum Leben, so selbstverständlich, dass es ursprünglich kein eigenes Wort dafür gegeben hat. Beten ist Rufen, Jubeln, Klagen, Bitten, Flehen, je nach der Situation des Menschen.

„Wenn du betest, geh in deine Kammer und schließ die Tür zu“, sagt Jesus (vgl. Mt 6,6). Hilfreich für das Beten sind bestimmte Orte und Zeiten, die uns die nötige Ruhe geben und uns die Gegenwart Gottes erfahren lassen. Still werden, eine Kerze anzünden, sich von Musik, Bildern oder der Heiligen Schrift inspirieren lassen, können dazu beitragen.

Obwohl das Gebet nicht an fixe Zeiten gebunden ist und ganz spontan aus der Situation heraus geschehen kann, legen sich besondere Zeiten nahe. Dazu gehören der Morgen, der Mittag und der Abend. Am Morgen nehmen wir den Tag als Gabe und Aufgabe aus der Hand Gottes entgegen, am Abend legen wir den Tag vertrauensvoll in Gottes Hand zurück. Im Tischgebet danken wir Gott als dem Geber aller Gaben.

An vielen Orten erinnern Kirchenglocken an diese Gebetszeiten. In der Familie gehört das Beten zu den Ritualen, die nicht zuletzt Kindern Sicherheit geben bei der Bewältigung des Lebens. Die Festzeiten des Jahres oder Anlässe aus dem Familienleben können zum Beten motivieren.

Auch die Gebetstexte im Folgenden wollen Anregungen geben für das persönliche Gebet.