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Herrenfeste im Kirchenjahr

Darstellung des Herrn (2. Februar) – Mariä Lichtmess

Am 2. Februar feiert die Kirche "Mariä Lichtmess". Dieser Tag stellte früher eine große Zäsur im Jahresablauf dar: Im Bereich der Landwirtschaft war es der Stichtag für endende oder beginnende Arbeitsverhältnisse. In christlichem Kontext endete vor der Liturgiereform 40 Tage nach der Geburt Jesu Christi mit Mariä Lichtmess auch die Weihnachtszeit. Manch einer wird sich daran noch erinnern: der letztmögliche Zeitpunkt, sich vom Christbaum zu trennen.
Doch der Glaubensinhalt dieses Festes ist vielschichtig: Bis 1960 haben wir an diesem Festtag Maria in den Mittelpunkt gestellt. Entsprechend dem jüdischen Gesetz musste 40 Tage nach der Geburt eines Knaben für die Mutter ein rituelles Reinigungsopfer dargebracht werden (Lev 12). Und dies taten, wie im Tagesevangelium vom 2. Februar zu lesen ist (Lk 2,22-40), auch Maria und Josef. Damit verband sich freilich auch die "Darstellung des Herrn" im Tempel. Und so erklärt sich der Name dieses Festes, der nun stärker das heilsgeschichtlich bedeutsame Moment in den Blick rückt, dass Christus in die Welt kam, "ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel" (Lk 2,32). Dieser Grundgedanke - Christus erleuchtet wie ein Licht die Dunkelheit dieser Welt - führte auch zu Lichterprozessionen und Kerzenweihen an diesem Tag.

 

 

Verkündigung des Herrn (25. März)

Das heutige Fest Verkündigung des Herrn - früher: Mariä Verkündigung – wird genau neun Monate vor Christi Geburt (25. Dezember) gefeiert. Es erinnert an die Verkündigung der Geburt Jesu durch den Engel Gabriel an Maria (Lk 1,26-38). Die Antwort Marias lautet: "Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast".
Heute wird dieses Fest nicht mehr als Marienfest, sondern als Herrenfest gerechnet, da die Menschwerdung des Gottessohnes betrachtet wird.

 

Dreifaltigkeitssonntag (Sonntag nach Pfingsten)

Am Sonntag nach Pfingsten wird an Gott in drei Personen gedacht. Daher wird er auch als Trinitätssonntag bezeichnet.
Die Auseinandersetzung mit diesem zentralen christlichen Glaubensgeheimnis fand bereits im 3. Jahrhundert statt. Dabei grenzte man sich gegen Arius (ca. 280 – 336) ab, der den Sohn Gottes nicht mit Gott selbst gleichstellte, sondern ihm unterordnete. Die Kirche aber sieht das eine göttliche Wesen in den drei Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist verwirklicht; verschiedenartig, aber gleichwertig. Das Gebet in der Liturgie richtet sich zumeist an den Vater, vermittelt durch den Sohn im Heiligen Geist.

 

Fronleichnam (Donnerstag der zweiten Woche nach Pfingsten)

60 Tage nach Ostern, in diesem Jahr am 26. Mai, feiern die katholischen Christen auf der ganzen Welt Fronleichnam. Mit diesem Fest, das in der Liturgie „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ genannt wird, verehrt die katholische Kirche die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Im Bistum Augsburg hat das Fest eine besonders lange Tradition: Bereits 1286 fand hier die erste Fronleichnamsprozession in Bayern statt.
Der Begriff Fronleichnam leitet sich vom mittelhochdeutschen vrônlîcham, ‚des Herren Leib‘, ab (vrôn ‚was den geistlichen oder weltlichen Herrn betrifft‘ und lîcham ‚der Leib‘).
Gleich doppelt steht die Eucharistie im Mittelpunkt des Festes: Die liturgischen Texte des Tages beziehen sich in besonderer Weise auf das Geheimnis der Eucharistie, die in der Kirche gefeiert wird. Mit der anschließenden Prozession, in der die geweihte Hostie in einer Monstranz mitgetragen wird, wird Christus gleichsam in die Welt hineingetragen, um sie zu segnen. Die Prozession ist zugleich ein Bild des „wandernden Volkes Gottes“ mit Christus in seiner Mitte und eindrückliches Zeugnis des Glaubens an die Gegenwart Christi im konsekrierten Brot.
Das Fest der leiblichen Gegenwart Christi im Altarsakrament wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und im Jahr 1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Die Schaffung des Festes geht auf eine Vision der heiliggesprochenen Augustiner-Chorfrau Juliana von Lüttich im Jahre 1209 zurück. Sie habe in einer Vision den Vollmond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war: Der dunkle Fleck bedeute das Fehlen eines Festes zu Ehren der Eucharistie in der Kirche.
Da wir glauben, dass in der Heiligen Messe die eucharistischen Gestalten von Brot und Wein durch die im Heiligen Geist erfolgende Wandlung wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt, ist eine eucharistische Verehrung folgerichtig. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand übrigens 1286 in Benediktbeuern statt. Ihren Höhepunkt an festlicher Ausgestaltung erreichte die Fronleichnamsprozession im 15. und 16. Jahrhundert, wo in geistlichen Prozessionsspielen Themen aus der Heilsgeschichte inszeniert wurden.

Noch heute wird während der Fronleichnamsprozession an vier Altären im Freien eine Statio gehalten: Es werden die Anfänge der vier Evangelien in alle vier Himmelsrichtungen gesungen, um deutlich zu machen, dass die Frohe Botschaft der ganzen Welt gilt. Nach Fürbitten erfolgt jeweils der sakramentale Segen.

Thomas von Aquin hat 1263/64 den eindrucksvollen eucharistischen Hymnus ‚Pane, lingua, glorioso‘ verfasst, der sich im Gotteslob unter Nr. 494 findet. Meist wird er in der deutschen Übersetzung gesungen (GL Nr. 493):

Zunge, künde das Geheimnis: Christi Leib in Herrlichkeit,
Unser König hat vergossen Blut, das alle Welt befreit.
Er, die Frucht des edlen Schoßes herrschet bis in Ewigkeit.
 
 Uns gegeben, uns geboren, ward er einer Jungfrau Kind,
streute aus die Saat des Wortes denen, die auf Erden sind,
bis am Ende seines Wirkens Staunenswertes er beginnt:
 
In der Nacht beim letzten Mahle saß er in der Brüder Schar.
Als nach Weisung des Gesetzes nun das Mahl zu essen war,
gibt der Herr mit eig'nen Händen sich den Zwölf zur Speise dar.
 
Wort ist wahres Fleisch geworden: Brot kann wahres Fleisch nun sein.
In der Kraft desselben Wortes wird zu Christi Blut der Wein.
Ist's den Sinnen auch verborgen, stärkt uns doch der Glaub' allein.
 
Lasst uns also dieses Zeichen hingestreckt nun beten an.
Altes Vorbild möge weichen, da der neue Brauch begann.
Was die Sinne nicht begreifen, nehme doch der Glaube an.
 
Gott dem Vater und dem Sohne sei der Lobgesang geweiht,
Freudenruf und Jubellieder, Ruhm und Segen allezeit,
und zugleich dem Heil'gen Geiste Ehre, Preis und Herrlichkeit!
 

 

Kreuzerhöhung (14. September)

Das Fest der Kreuzerhöhung erinnert an das Auffinden und feierliche Aufstellen des Kreuzes Christi am 13. September 326 in der Grabeskirche. Nach dem julianischen Kalender wird es regelmäßig am 14. September gefeiert.