Füssen: St. Mang

Orgeln in Füssen

Die große Orgel in der Basilika St. Mang

Die große Orgel auf der Westempore von St. Mang gehört ihrem Gehäuse nach zu den schönsten Barockorgeln Süddeutschlands und ist das bedeutendste Werk von Andreas Jäger. Die Orgel wurde nach dem Vorbild der Großen Orgel in der Stiftskirche Weingarten von Joseph Gabler entworfen und stellt bis in einige Details die kleine Schwester der berühmten Gabler-Orgel dar.
Die große Orgel wurde um 1753 erbaut und von Abt Gallus Zeiler OSB (1705-1755) in Auftrag gegeben und hat im Lauf der Zeit mehrere Veränderungen erfahren.

 

 

 

 

 

Die Chororgel von St. Mang

Das geistlich-liturgische Zentrum einer Klosterkirche ist der Mönchschor, in dem sich der Konvent zu den täglichen Gebetszeiten versammelt.
Als im 16. Jahrhundert der Gebrauch der Orgel als Begleitinstrument zum Chorgesang der Mönche aufkan, behalf man sich im Chorgestühl der romanischen Basilika zunächst noch mit kleinen transportablen Instrumenten. Vermutlich war es Abt Gallus Zeiler OSB, welcher neben der Großen Orgel von St. Mang auch den Auftrag für ein fest eingebautes Instrument im Chor erteilte. So wurde die Chororgel um das Jahr 1750 von Andeas Jäger erbaut. An diesem Instrument bewies er wie so oft die Fähigkeit einer geradezu unnachahmlichen Kunst der Raumausnutzung.
Die Orgel wurde von Hermann Späth 1898 stark verändert.
1996 wurde sie von Orgelbauer Joseph Maier wieder in den Originalzustand zurückversetzt.

 

 

 

Das Positiv der Heilig-Geist-Spitalkirche

Auch das kleine Instrument in der Spitalkirche, das 1734 entstand, ist Andreas Jäger zuzuordnen.
Das Instrument mit nur 4 Registern ist auf privaten Auftrag hin gebaut worden und war bis 1774 in St. Sebastian. Sein Stifter war der Konstanzer Kanonikus Joseph Socher, der 1669 in Füssen geboren wurde und seiner Heimatstadt als Mäzen zeit seines Lebens verbunden blieb.
Sein Porträt über der Orgel legt davon Zeugnis ab.
Die Orgel wurde nie wesentlich verändert und so ist sie eines der wichtigen Originaldokumente Jäger'schen Orgelbaus.

 

 

Die Orgel in der Friedhofskirche St. Sebastian

Bei dieser Orgel handelt es sich um eines der letzten Werke Jägers.
Sie entstand 1772 und zeigt noch einmal Andreas Jägers Meisterschaft mit geringen Mitteln ein klanglich ausgewogenes, den Kirchenraum harmonisch ausfüllendes Instrument zu schaffen.
Mit nur acht Registern, einem Manual und angehängtem Pedal ist das Instrument ideal zur Begleitung des Gemeindegesangs wie auch zu instrumentaler Orgel- und Kirchenmusik.
Das Werk ist mit Ausnahme zweier reparierter Register original erhalten, bis hin zur Tastatur, Pedal, Balg- und Windanlage und den Flügeltüren am Gehäuse.
Die Gestaltung des Orgelgehäuses hat laut Rechnungsbuch der Stiftung der Bildhauer Anton Steeger 1773 vorgenommen. Die Fassung des Orgelgehäuses nahm Anton Obermiller 1777 vor.
Die Bestimmung des Gebäudes als Friedhofskirche findet sich in vielen Symbolen wieder. Besonders eindrucksvoll ist dabei die Darstellung des orgelspielenden Todes an der Emporenbrüstung.

 

 

Die Orgel der Kirche "Unsere Liebe Frau am Berg"

Diese Orgel ist das letzte Orgelwerk von Andreas Jäger. Ihre Erstellung könnte eine Form von "Nachbarschaftshilfe" gewesen sein, denn Jäger wohnte nur wenige Schritte entfernt.
Andreas Jäger starb vor der Fertigstellung der Orgel. Vollendet wurde der Orgelbau vielleicht von dem Tiroler Orgelbauer Joseph Anton Weyrather, der sich einige Jahre später mit Arbeiten dort nachweisen läßt.
Die Gestaltung des Orgelprospekts ist sehr ungewöhnlich. Üblicherweise stellte man die von außen sichtbaren Orgelpfeifen in Gruppen, sogenannten "Feldern" zusammen. Die Zahl dieser Pfeifenfelder ist fast immer ungerade, o daß in der Mitte eine entweder besonders große oder aufwendig dekorierte Orgelpfeife die Symmetrieachse markiert.
Dieser Orgelprospekt ist einer der ganz wenigen, welcher in 4 Feldern gerazahlig angeordnet ist. An solchen Einzelheiten zeigt sich der spielerisch-kreative Umgang eines Orgelbauers mit den Traditionen seiner Zeit.
Die dekorative Schlichtheit des Orgelgehäuses von Jäger und dem Maler Joseph Anton Obermiller verrät auch in der Außengestaltung bereits die Einflüsse vornehm zurückhaltender Gestaltungsideen des Klassizismus. So fügt sich diese Orgel überaus gut in diesen frühbarocken Kirchenraum ein.