Als Heilige werden berühmte Glaubenszeugen bezeichnet, die von der Kirche aufgrund ihres heiligen Lebens heilig gesprochen wurden. Es sind Menschen, die sich – trotz Fehler und Schwächen – in ihrem Leben von Gott in einer Weise in Anspruch nehmen ließen und so an der vollen Gemeinschaft mit Gott auf ewig teilhaftig geworden sind. Sie sind Vorbilder im Glauben und im Leben und Hilfe im Alltag. Meist werden sie für bestimmte Anliegen angerufen.
Zeugnisse aus den ersten beiden Jahrhunderten zeigen bereits eine frühchristliche Märtyrerverehrung, wie z.B. der Heiligen Stephanus, der gesteinigt wurde (Apg 7,54–60). Er gilt als erster christlicher Märtyrer.
Die Gemeinschaft der Heiligen wurde nach und nach immer größer. Zunächst wurde die Gottesmutter verehrt, es kamen die Apostel und andere Gestalten der Bibel hinzu, dann auch Bischöfe und Kirchenväter. Schließlich wurde die Gemeinschaft auch auf heilig betrachtete Männer und Frauen erweitert und bis heute kommen neue Heilige dazu.
Ihnen zu Ehren wurden Altäre, Kirchen und Kapellen errichtet, um ihre Fürsprache zu erbitten. Sie sind Helfer in der Not, aus denen sich im Mittelalter die so genannten 14 Nothelfer heraus kristallisierten.
Die Darstellung erfolgt mit Nimbus (Heiligenschein) und einem typischen Attribut (z.B. Buch, Hirtenstab, Ketten). Das jeweilige Fest wird meist am Todestag begangen, zu dem sich oft auch Kult und Brauchtum entwickelten, wie Wallfahrten und Prozessionen.
Die Heiligenverehrung ist nützlich, dabei soll aber die Mittlerschaft Jesu Christi nicht in Hintergrund rücken.
Die offiziell von der Kirche heiliggesprochenen Meschen sind aber nur ein ganz kleiner Teil jener Menschen, die ihr ewiges Ziel, das ewige Leben bei Gott, erlangt haben.
Alle Menschen sind zur Heiligkeit berufen. Wir erhalten diese Heiligkeit im Sakrament der Taufe von Gott geschenkt und sollen sie durch ein heiliges Leben bewahren. Verlieren wir durch die Sünde diese Heiligkeit, können wir sie durch den Empfang des Bußsakramentes wieder erlangen.
Es muss das Ziel jedes Menschen sein, heilig zu leben und zu sterben. Denn nur derjenige, der in der Gnade Gottes sein Leben beendet hat, gelangt in die ewige beseligende Gottesschau und die Gemeinschaft der Heiligen des Himmels.
Wir feiern all diese unbekannten Heiligen am Hochfest Allerheiligen (1. November).
Heilige/Selige im Bistum Augsburg


