Sonderausstellung 28. März bis 20. Juni 2010 Zu Ehren des am 24.12.1709 geborenen und sehr jung verstorbenen Malertalents Johann Evangelist Holzer findet eine umfassende Jubiläumsausstellung statt, an der sich vier Häuser beteiligen. Der Reigen wird von dem Diözesanmuseum St. Afra und den Kunstsammlungen und Museen Augsburg am 28. März 2009 eröffnet. Der schon von seinen Zeitgenossen als Genie gerühmte Holzer wurde in Burgeis in Südtirol geboren und fand 1730 in Augsburg seine Wohn- und Arbeitsstätte. Von dort aus betätigte er sich vor allem als Freskant und Altarbildmaler, aber auch als Zeichner von profanen Darstellungen und als Porträtist. Durch seine ausgeprägte Frömmigkeit katholischer Prägung – Holzer erbat 1731 im Benediktinerstift Marienberg sogar die Aufnahme als Mönch - blieb er hauptsächlich der sakralen Malerei verpflichtet. Das Diözesanmuseum St. Afra nimmt sich diesem Hauptaspekt von Holzers Œuvre an. Zu sehen sind hier seine Altarblätter, Bilder religiösen Inhalts und Thesenblätter, für die Holzer zahlreiche Bilderfindungen lieferte. Die Aufträge kamen von Geistlichen der Pfarrkirchen und Ordensgemeinschaften, aber auch von privaten Auftraggebern. So bestellten zum Beispiel die Augustinerchorherren von Dießen am Ammersee bei Holzer das großartig komponierte Altarbild „Sieg des Erzengels Michael“ , die Dominikaner von St. Magdalena in Augsburg zwei Altargemälde mit den Darstellungen des „Hl. Dominikus als Fürbitter“ und der „Verkündigung an Joachim“, die Augsburger Jesuiten zwei Gemälde zu Ehren ihrer Ordenspatrone mit Darstellungen des „Hl. Ignatius als Ordensgründer“ und der „Heidentaufe des hl. Franz Xaver“. Auch vermögende Handelsherren verpflichteten den jungen, aufstrebenden Maler, so zum Beispiel der aus der Comer Gegend stammende und in Augsburg niedergelassene Handelsherr Vincenzo Antonio Brentano-Moretto, der 1737 ein Altarbild mit der „Heiligen Sippe“ für seine neu eingerichtete Hauskapelle in seinem Anwesen in der Maximilianstraße 57 (Antoniushof) in Auftrag gab. Das Altargemälde hat sich im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum erhalten und zählt mit zu den Glanzlichtern der Ausstellung, in der auch ein neu angefertigt der einstigen Hauskapelle zu sehen sein wird, das die Lage von Kapelle und Altar samt der ehemaligen Beleuchtungssituation simuliert.
Vom reichen zeichnerischen Erfindungsreichtum Holzers zeugen auch die Thesenblätter, großformatige Schabkunstblätter, die allesamt in Augsburg verlegt wurden, die in dieser Gattung quasi „Marktführer“ waren. Thesenblätter dienten als Einladungen für Promotionsverfahren, sie wurden meist von den Professoren der Prüflinge entworfen und verkündeten außer dem Namen des Prüflings, Ort und Zeit der Disputation und die zu verteidigenden Thesen des Prüflings. Die meist im jesuitischen Bildungskontext entstandenen Thesenblätter bestachen vor allem durch ihre großformatigen Radierungen. Einige Blätter von Johann Evangelist Holzer zeigen die hochaktuelle Thematik des 1729 heilig gesprochenen Prager Generalvikars Johannes Nepomuk.
Weitere Stationen der Ausstellung sind das Domschatz- und Diözesanmuseum in Eichstätt (13.7.-31.10.2010) und das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck (2.12.2010-13.3.2011). Zu der Ausstellung erscheint ein umfassender, reich bebilderter, wissenschaftlicher Katalog. Öffnungszeiten:Di 10-20 Uhr, Mi-Sa 10-17 Uhr, So 12-18 Uhr
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