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„Gottes eigenes Land“
Pöttering und Mixa rufen Christen zum Engagement für Europa auf
Augsburg, 1.10.2008 (IBA). Zu verstärktem Engagement für die Einigung Europas auf der Grundlage christlicher Grundwerte haben der Präsident des Europäischen Parlamentes Prof. Hans-Gert Pöttering und der Bischof von Augsburg, Dr. Walter Mixa, der zugleich Militärbischof der Bundeswehr ist, alle Christen in Deutschland aufgerufen. Pöttering sprach beim Jahresempfang der Diözese Augsburg zum Thema „Christliche Werte für Europa“ vor rund 400 geladenen Gästen. Den Vertrag von Lissabon bezeichnete Pöttering als „absolute Notwendigkeit für die Handlungsfähigkeit Europas, ohne die auch die europäischen Werte in einer veränderten Welt nicht auf Dauer erhalten werden können“. Bischof Mixa erinnerte die Christen an ihre Verantwortung für Europa, das „der Heilige Paulus selbst für die Botschaft Christi entdeckt hat“ und das deshalb ohne Übertreibung und richtig verstanden als „Gottes eigenes Land“ bezeichnet werden könne.
 
Bischof Dr. Walter Mixa begrüßt den Präsidenten des Europäischen Parlamentes Professor Dr. Hans-Gert Pöttering
„Wenn wir nur versuchsweise alles aus Europa herausdenken würden, was durch christlichen Geist und christlichen Glauben gewachsen ist, dann würde sich dieser Kontinent und unser Land in eine geistige, kulturelle und soziale Steppe verwandeln“, sagte Mixa. Christen dürften sich in den politischen Diskussionen um die Gestaltung Europas nicht von Rückschlägen beirren lassen, sondern sollten deutlich machen, dass sie mit einem Bevölkerungsanteil von über 85 % in der Europäischen Union ein starker und ernst zu nehmender demokratischer Faktor seien. Parlamentspräsident Pöttering betonte, das Ethos der Europäischen Union könne ohne den Rückgriff auf christliche Werte nicht verstanden werden. In den Lissabon-Vertrag und die europäische Grundrechtscharta sei ein breiter Strom christlicher Grundwerte wie die Würde der menschlichen Person, der Gedanke der Solidarität und der Subsidiarität oder die besondere Stellung der Kirchen in der Gesellschaft eingeflossen. Auch wenn es nicht gelungen sei, eine Mehrheit für die ausdrückliche Nennung des christlich-jüdischen Erbes in der Präambel des Vertrages zu gewinnen, werde doch ausdrücklich auf das geistige, religiöse und sittliche Erbe Europas hingewiesen. Dieses Erbe sei wesentlich durch das Christentum bestimmt, betonte Pöttering. Bischof Dr. Walter Mixa unterstützte ausdrücklich die Einladung Pötterings an Papst Benedikt XVI., vor dem Europäischen Parlament in Straßburg zu sprechen: „Das wäre eine große Chance, die christliche Seele Europas im Herzen des demokratischen Europas erkennbar zu machen“, sagte Mixa.
IBA
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