Päpstliche Basilika St. Benedikt
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| Türme der Basilika mit einer Figur des Hl. Benedikts |
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Benediktbeuern hat als der drittgrößte Wallfahrtsort zum abendländischen Mönchsvater Benedikt von Nursia in Europa große Bedeutung erlangt. Die ab 1682 errichtete Klosterkirche zählt zu den frühesten Barockbauten Oberbayerns und beherbergt das erste, in Freskotechnik geschaffene Deckenbild Georg Asams, dem Vater der berühmten Asam-Brüder.
Die ehemalige Klosterkirche St. Benedikt des Benediktinerklosters Benediktbeuern wurde nach 1803 (Säkularisation) Pfarrkirche. Die Anfänge des Klosters liegen um 739. Benediktbeuern gehört zu den frühesten und bedeutendsten Kulturstätten Oberbayerns, sowie zum Anfang des Pfaffenwinkels. Neben Monte Casino und St. Benoit sur Loire wurde Benediktbeuern zum wichtigsten Kultort des abendländischen Mönchsvaters St. Benedikt. Papst Paul VI. erhob 1973 die Kirche zur Päpstlichen Basilika minor und empfahl sie noch mehr als bisher als Wallfahrtsort zum hl. Benedikt, dem Patron Europas. Gebaut 1681-1686 und geweiht am 21.10.1686, ist sie das 5. Gotteshaus am Ort. 1988/89 wurden die Fundamente der 1. Kirche, sowie Reste von drei Tuffplattengräbern und weitere Fragmente des langobardischen Flechtornaments aus dem 8. Jahrhundert gefunden. Sie ist die erste Kirche Deutschlands, die in ihrem Innern alle charakteristischen Merkmale des Hochbarocks vereinigt. Nur außen zeigt sie noch Frühbarock. 1963-1972 fand unter der Leitung des LAD und von Kirchenrektor P. Karl Mindera SDB eine gründliche Restaurierung der Kirche und der Anastasiakapelle durch die Fa. Mayerhofer, München, und durch das Kunstmalerehepaar Alban und Antonie Wolf, München, statt. Letztere restaurierten sämtliche Deckenbilder und entdeckten dabei, dass Georg Asam im Kirchengewölbe zunächst in Temperaturtechnik malte, und dass das Bild über dem Hauptaltar sein erstes Fresko ist. Diese großen Deckenbilder sind die ersten bekannten Arbeiten dieser Art von Georg Asam. In ihnen kommt die in Italien entwickelte Illusionsmalerei in Bayern erstmals zur Anwendung.
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Herman Kuhn |
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Auf diesem Deckenbild ist die Geburt Jesu Im Stall von Bethlehem zu sehen. |
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Die Deckenbilder stellen im Sinne des Tridentinischen Konzils als christologischer Zyklus die Heilsgeschichte mit Herrlichkeitsszenen aus dem Leben und Wirken unseres Herrn Jesus Christus heraus (von vorne): - Geburt
- Taufe
- Verklärung
- Auferstehung
- Himmelfahrt Christi
- Pfingsten
- Wiederkunft Christi am Ende der Zeit.
Schon in der Kirchweihpredigt von 1686 wird das Innere dieser Kirche als „irdischer Himmel“, als Haus Gottes, das zugleich das Haus der Gemeinde ist, gedeutet.
Diese Kirche weist die geschlossenste, christlich-theologische Bildlehre auf. In ihrem vereinheitlichten, hellen Innenraum und mit ihrem theologisch-pastoralen Programm ist sie ein gutes Beispiel des erneuerten Kirchenbaus im Geiste der katholisch-tridentinischen Reform in Verbindung mit den künstlerischen Idealen der Renaissance und des Barock.
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Hermann Kuhn  |
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Die Altäre, an der Spitze der Hauptaltar, bezeugen ebenfalls den Hochbarock. Sie verkörpern den weiter entwickelten Triumphbogenaltar.
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| Armreliqiuar des hl. Benedik von Peter Streissel, München (1794) |
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Die Uhr in der Kirche an gut sichtbarer Stelle am Chorbogen oder über dem Hochaltar hat in der Barockkirche eine spirituelle Bedeutung. Sie weist auf die Vergänglichkeit unseres Lebens hin. Das Altarbild von Martin Knoller 1788 zeigt oben die Dreifaltigkeit, links Maria und rechts unten den Kirchenpatron St. Benedikt. Unter dem Volksaltar von Hans Wachter (1973), Kempten, befindet sich ein barockes Pilasterkapitell von Monte Cassino und ein Fragment mit langobardischem Flechtornament von Benediktbeuern aus dem 8. Jahrhundert. Das Pilasterkapitell deutet die geistige Verbindung
Benediktbeuerns mit Monte Cassino an. An dieser Stelle wird auch die Armreliquie des hl. Benedikt, die Karl der Große dem Kloster geschenkt hat, ausgestellt. Mit dieser Reliquie wird den Wallfahrern, wenn es gewünscht wird, nach ihrem Wallfahrtsgottesdienst jedes Mal der Schlusssegen gespendet.
Die hoch ansteigende, gut proportionierte Kanzel (siehe Bild) mit den kleinen, strengen Figuren und mit den vergoldeten Ranken, weist noch frühbarocken Charakter auf. Am Kanzelkorb sind die vier Evangelisten, Christus und Maria, am turmartigen Kanzeldeckel die vier abend- und die vier morgenländischen Kirchenväter und ganz oben der hl. Benedikt dargestellt. Auf der Musikempore steht eine mittelgroße Barockorgel von Jos. Christoph Egedacher aus der Bauzeit der Kirche mit 35 Registern. Ihr Prospekt wurde im 18. Jahrhundert etwas verändert; Fassadenarbeiten von F. A. Anwander, Landsberg 1779. 1963/67 erfuhr die Orgel eine Restaurierung und eine Ergänzung im Pedalwerk.
Altäre und Kapellen
1 Hauptaltar 2 Sakramentskapelle, ehem. Marienkapelle 3 Katharinenkapelle 4 Dreikönigskapelle 5 Kreuzkapelle 6 Nördlicher Durchgang 7 Leonhardikapelle 8 Fresken unter der Orgelempore 9 Altar des heiligen Grabes 10 Südlicher Durchgang zum Kreuzgang 11 Antoniuskapelle 12 Sebastianskapelle 13 Schutzengelkapelle 14 Josefskapelle 15 Sakristei 16 Anastasiakapelle Text: aus dem Kurzführer von P. Leo Weber SDB Fotos: Hermann Kuhn
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