Geschichte des Bistums Augsburg
Anfänge in römischer Zeit
Bereits mit den Römern
kamen vereinzelt Christen nach Augusta Vindelicum, der Hauptstadt des
Provinz Raetia secunda. Die erste namentlich bekannte Glaubenszeugin ist
St. Afra, die um 304 den Martertod erlitt. Neueste Ausgrabungen im
Dombereich deuten auf eine gewisse Kontinuität christlicher Tradition von
den Römern über die Zeit der Völkerwanderung bis in frühe Mittelalter
hin.
Das Bistum im Mittelalter
Eine verstärkte Christianisierung im 8. Jahrhundert ist mit dem Namen
des "Allgäu-Apostels" Magnus in Füssen verbunden.
Damals konsolidierten sich unter Bischof Simpert (um 800) auch die
Bistumsgrenzen für die folgenden 1000 Jahre, zugleich entstanden als
Kulturzentren u.a. die Benediktinerabteien Benediktbeuern Wessobrunn,
Ottobeuren und Kempten.
Der bedeutendste Bischof dieser Periode und erster Bistumspatron ist
St. Ulrich (923-973), Reichsbischof - damit Landesherr eines
Herrschaftsgebietes - und geistlicher Hirte seiner Herde. Untrennbar ist
sein Name mit der Lechfeldschlacht 955 und der Rettung der damals
bischöflichen Stadt Augsburg vor den Ungarn verbunden. 1276 befreit sich
die Bevölkerung von der bischöflichen Oberaufsicht; Augsburg wird freie
Reichsstadt. Die Bischöfe aber residieren immer häufiger in ihrer zweiten
Residenz Dillingen a.d. Donau. Hier wie im ganzen schwäbischen Land prägen
neugegründete Männer- und Frauenklöster das kirchliche und kulturelle
Leben.
Augsburg, ein Zentrum der Reformation
Augsburg, bevorzugter Aufenthaltsort u.a. von Kaiser Maximilian I. und
Sitz der deutschen Hochfinanz (z.B. Fugger) wird im 16. Jahrhundert zu
einem Zentrum der Reformationsgeschichte: 1530 wird auf dem Reichstag die
Spaltung besiegelt, 1555 der Religionsfrieden zwischen den Katholischen
und Evangelischen geschlossen, der bereits Ansätze zu neuen
Befriedungsversuchen beinhaltet. Im Bistum breitet sich die neue Lehre
rasch aus: fast alle Reichsstädte und einzelne Fürstentümer werden
protestantisch. Eine Wende bahnt sich seit Bischof Otto Kardinal Truchseß
v.Waldburg (1543-1573) an, der Petrus Canisius SJ nach Augsburg beruft, in
Dillingen 1549 eine Universität begründet und diese 1563 den Jesuiten
übergibt. Unter ihrer Leitung entwickelt sich eine südwestdeutsche
katholische Reformuniversität.
Im Zeitalter des Barock
Nach schwersten Verlusten im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) erlebt
das Bistum eine neue Blütezeit im Barock. Davon zeugen heute noch die
herrlichen Kloster- und Pfarrkirchen, die zahlreichen Wallfahrtsstätten
und die vielen Zeugnisse einer lebendigen Volksfrömmigkeit. Höhe- und
zugleich Endpunkt dieser Periode ist der Papstbesuch Pius VI. 1782 in
Augsburg und seine anschließende Fahrt durch Schwaben über Füssen nach
Tirol. Wenig später folgt in der Säkularisation die vollständige
Enteignung allen kirchlichen Besitzes. Das Ende der Kirche von Augsburg
schien für viele vorprogrammiert.
Neubeginn
Nach Auflösung der alten Reichsverfassung 1806 erfolgt zwischen 1812
und 1821 die Neuordnung der kirchlichen Organisation auch in der Diözese
Augsburg. Diese führt u.a . zu Grenzveränderungen im tirolischen und
ehemals württembergischen Gebietsanteil des Bistums Augsburg, zur
Aufhebung von zahlreichen Standesprivilegen der höheren Geistlichkeit,
aber auch zum Aufbau der katholischen Vereine, überhaupt zu einer
stärkeren Mitverantwortung der Laien. Zugleich setzt eine bisher nie
gekannte Blütezeit der Männer- und Frauenorden ein, die vor Ausbruch des
2. Weltkrieges 1939 einen Höhepunkt erreicht und 1965 plötzlich abbricht.
Die folgenden Jahrzehnte sind geprägt durch Bischof Dr. Josef Stimpfle
(1963-1992), der 1987 Papst Johannes Paul II. in Augsburg begrüßen durfte.
Soweit einige Hinweise zur fast 2000jährigen Geschichte der
Diözese. Wünschen Sie dazu weitere Informationen, wenden Sie sich bitte an
den Verein für Augsburger Bistumsgeschichte e.V., Tel. 0821/3166-477 oder
478. Postanschrift: Fronhof 4, 86152 Augsburg
|