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Prälat Manz als Caritasratsvorsitzender verabschiedet und mit Elisabeth-Preis ausgezeichnet
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Diözesan-Caritasverband

Prälat Manz als Caritasratsvorsitzender verabschiedet und mit Elisabeth-Preis ausgezeichnet

08.01.2016

Augsburg (pca). Domkapitular Prälat Peter C. Manz ist zu Jahresbeginn 70 Jahre alt geworden. In diesem Alter scheiden Domkapitulare aus dem aktiven Dienst. Das trifft bei ihm nicht ganz zu, denn Bischof Dr. Konrad Zdarsa schätzt seine Qualitäten und bat ihn noch ein Jahr anzuhängen. Aber der Caritasverband für die Diözese Augsburg muss ihn dennoch verabschieden. Wie schon seit Jahren geplant, gab Prälat Manz sein Amt als Caritasratsvorsitzender und damit als Aufsichtsratsvorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes zum Jahreswechsel ab. Sein Nachfolger in dieser Funktion ist Generalvikar Harald Heinrich. Für seine herausragenden Verdienste und seine vielen Impulse für die Caritas zeichnete Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg Prälat Manz nun mit dem Elisabeth-Preis des Diözesan-Caritasverbandes aus.

„Die Caritas hat von Ihnen, Ihren Entscheidungen, Ihrem Rat und Ihren Anregungen sehr profitiert. Dafür gilt Ihnen uns herzlichster Dank“, sagt Dr. Magg in seiner Dankesrede beim internen Neujahrsempfang des katholischen Wohlfahrtsverbandes in Augsburg. Mit Prälat Manz ging bei der Caritas eine Ära zu Ende. Der frühere Augsburger Diözesanbischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB ernannte ihn zum 1. September 2003 zum Diözesan-Caritasdirektor. Er folgte damit Dr. Peter Neher nach, der zum Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes gewählt worden war. Das neue Amt kam für ihn, der zuvor für die Fortbildung der Priester zuständig war, unerwartet. Schnell arbeitete er sich dann sehr intensiv und akribisch in die vielen Themenfelder der Caritas ein. So galt er bis zum Ende seiner Amtszeit als ein fachlich äußerst kompetenter Gesprächspartner. „Wer mitreden und gestalten will, muss Bescheid wissen.“ So sein Grundsatz. Weit über die Caritas hinaus erwarb er sich dadurch Wertschätzung und Anerkennung. In Konfliktfällen konnte er durch seine strikt sachliche Argumentation gemeinsame Wege erarbeiten.

Stillstand bedeutet für Prälat Manz Rückschritt. Das kann man nicht nur an den verschiedenen Baumaßnahmen ablesen, die er verantwortete. Dazu gehören das Caritas-Seniorenzentrum St. Ulrich in Peißenberg wie auch St. Anna in Augsburg – Lechhausen. Schon bald nach seinem Amtsantritt in 2003 hatte er für die notwendig gewordene Renovierung des Caritas-Hauses gesorgt. Die Kapelle des Hauses spiegelt seinen Gestaltungsstil wider. Künstlerische Verspieltheiten sind nicht seine Sache. Prälat Manz bevorzugt eher eine sachlich-schlichte Gestaltung, damit die Kernaussage umso deutlicher zum Tragen kommen kann. Zudem war und ist er der Überzeugung, dass die Professionalität und Modernität der Arbeit der Caritas sich auch darin zeigen müsse, wie sich die Caritas im Empfangsbereich und Konferenz- wie auch Arbeitsräumen selbst darstellt. Eine schöne Fassade taugt aber in den Augen von Prälat Manz ohne innere Substanz nichts. So hat er den Profilprozess der Caritas angestoßen. Daraus ist das Leitbild des Diözesan-Caritasverbandes entstanden, das im Jahr 2010 schließlich veröffentlicht wurde.

Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas genießt er nach wie vor eine sehr hohe Wertschätzung. Er war nicht nur ein kompetenter Gesprächspartner in den verschiedenen sozialen Fachfragen, sondern auch ein „guter Chef“. Er beherrscht nämlich die Kunst, klare Zielvorgaben mit einem möglichst großen Freiraum für Mitarbeiter zu verknüpfen, damit diese sich darin entfalten und ihr Bestes geben können. Man musste allerdings sehr gute Argumente vorweisen können.

Um nur zwei Beispiele zu nennen, die seine große Bandbreite aufzeigen: Der Diözesan-Caritasverband Augsburg war deutschlandweit der erste Wohlfahrtsverband, der sich wissenschaftlich mit den Fragen der hospizlichen Begleitung und der Palliative Care für Menschen mit geistiger Behinderung auseinandersetzte und dafür Betroffene in die Studie mit einbezog. Gleichzeitig wurde Prälat Manz zum Herausgeber des Kochbuches „ Tolle Gerichte für wenig Geld“, das sich 20.000mal verkaufte. 2011 übergab er das Amt an seinen Nachfolger Domkapitular Dr. Andreas Magg. Er blieb der Caritas treu und übernahm das Amt des Caritasratsvorsitzenden.

Als Priester ging und geht es ihm darum, die Menschen in die Welt des christlichen Glaubens hineinzunehmen und sie dafür zu gewinnen, die Lebenstüren, die sich im Glauben für den Menschen eröffnen, gemeinsam mit ihm zu entdecken, zu erforschen und als Chancen, aber auch als Auftrag zu erkennen. Im Gottesdienst  spürte man sich wahrgenommen und dadurch hineingenommen in das heilige Geschehen der Messe.