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Gebetswoche für die Einheit der Christen: Gemeinsamer Gottesdienst im Hohen Dom zu Augsburg
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Ökumene

Gebetswoche für die Einheit der Christen: Gemeinsamer Gottesdienst im Hohen Dom zu Augsburg

Foto: Maria Steber/pba.
Foto: Maria Steber/pba.
21.01.2016

Augsburg (pba). Ein Zeichen der Ökumene haben gestern Abend Christen unterschiedlicher Konfessionen in einem gemeinsamen Gottesdienst im Hohen Dom zu Augsburg gesetzt. Die Gottesdienstfeier fand im Rahmen der „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ statt, die jedes Jahr im Januar weltweit begangen wird.

Die Vorbereitung der Gottesdienstvorlage wurde in diesem Jahr von Christen aus Lettland übernommen. Darauf nahm Prälat Dr. Bertram Meier, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog im Bistum Augsburg, in der liturgischen Eröffnung des Gottesdienstes Bezug. Lettische Christen, so der Bischofsvikar, seien in der Ökumene des gemeinsamen Zeugnisses erprobt, oft bis zum Martyrium. „Gerade in Zeiten des Kommunismus haben Christen in Lettland – Katholiken, Protestanten und Orthodoxe – gelernt, zusammenzustehen und die Großtaten Gottes zu bezeugen“, betonte er.

Ein Plädoyer, nicht zu sehr auf das Trennende zu schauen, sondern vielmehr das Gemeinsame, das Verbindende des christlichen Glaubens zu betonen, gab auch Regionalbischof Michael Grabow in seiner Predigt. In den Anfängen des Christentums seien die Menschen erst durch ihren gemeinsamen Glauben zu einem Volk zusammengewachsen. Sie bildeten „ein Volk aus allen Völkern“, aus unterschiedlichen Sprachen und Herkunften, bunt und vielgestaltig, so der Regionalbischof. Dieses, aus bunten Mosaiksteinen bestehende Haus Gottes, werde zusammengehalten durch den Eckstein Jesu Christi. Man könne dieses nicht zerteilen, ohne das ganze Haus zu zerstören, betonte Regionalbischof Grabow. Vor allem in heutiger Zeit gelte es deshalb, aller Zertrennung zu wehren, mit den Brüdern zusammenzustehen. „Nur gemeinsam können wir bestehen“, betonte Grabow und nahm dabei auf die Situation der verfolgten Christen in Syrien und Ländern des Nahen Ostens Bezug. Trotz aller Vielgestaltigkeit der Kirche sei es die Taufe, die alle Christen als Glieder der einen apostolischen Kirche verbinde. Aus dieser Taufe heraus gelte es zu leben und zu verkünden. „Wer auf Christus baut, hat ein Fundament für sein Leben, der wird selbst zu einem lebendigen Stein “, so Grabow. „Dazu gehört auch, der Verfolgung zu wehren, sich der Verfolgten anzunehmen“, betonte er. 

In Anlehnung an das gehörte Evangelium (Mt 5,1-16) waren die Gottesdienstbesucher nach dem Glaubensbekenntnis dazu eingeladen, ein Licht zu entzünden, das die Priester vor dem Altar verteilten. Nach dem Gottesdienst wurden an den Ausgängen des Doms kleine Salzpäckchen verteilt. Symbolisch sollten sie noch einmal den Auftrag Gottes an jeden Christen vor Augen stellen, nämlich Salz der Erde und Licht der Welt zu sein.

In die Gestaltung des Gottesdienstes waren neben Domdekan Dr. Bertram Meier, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog, und Schwester Gertrud Himmel CJ, Mitglied der Arbeitsgruppe Ökumene im Bistum Augsburg, auch Pfarrerin Lydie Nicoly Menezes, Daniel Akgüc von der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde Augsburg und Pfarrerin Alexandra Caspari von der Alt-Katholischen Gemeinde eingebunden.

Die Weltgebetswoche findet jedes Jahr in den Tagen vor dem 25. Januar, dem Fest der Bekehrung des heiligen Paulus, statt. Sie gilt als eines der wichtigsten Zeichen und Mittel der Ökumene. Gemeinden auf der ganzen Welt beteiligen sich mit Kanzeltausch und ökumenischen Gottesdiensten an ihr. Als Motto für die diesjährige Gebetswoche stellte das lettische Vorbereitungsteam ein Wort aus dem 1. Petrusbrief in den Mittelpunkt: „Berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden“ (vgl. 1 Petrus 2,9).