13:56:12
13:56:12
13:56:13

Albertus-Magnus-Preis

Der "Albertus-Magnus-Preis" der Diözese Augsburg wurde im Jahr 1984 von der Diözese Augsburg für herausragende Promotionsleistungen an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg gestiftet.

Mit dem namhaften Universalgelehrten des Mittelalters, dem in Lauingen geborenen heiligen Bischof und Kirchenlehrer Albertus Magnus, hat der damalige Bischof Dr. Dr. Josef Stimpfle bewusst einen Patron für den Preis gewählt, der noch heute als Maßstab für wissenschaftliches Arbeiten in kirchlichem Kontext gilt: Fundierte Fachkenntnis, differenzierte und präzise Analyse sowie die universale Weite seines Horizonts bei gleichzeitig kirchlicher Beheimatung kennzeichneten seine Arbeit.

Prämiiert werden können Promotionsleistungen, die das Prädikat "summa cum laude" erhielten, seit dem Jahr 2010 auch Habilitationsleistungen. Das Preisgeld beträgt 2.500 Euro und kann auch auf zwei Preisträger aufgeteilt werden.

Der Ehrenausschuss, der über die Preisverleihung entscheidet, besteht aus dem Generalvikar des Bischofs von Augsburg, dem Hochschulreferenten des Bistums Augsburg, einem (weiteren) Mitglied des Domkapitels des Bistums Augsburg, dem Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg und einem vom Professorium dieser Fakultät benannten Lehrstuhlinhaber.

(vgl. Amtsblatt für die Diözese Augsburg 1993, S. 241-243; 2003, S. 158-160; 2009, S. 405)

 

JAHR

 

PREISTRÄGER/IN

 

PREISGEKRÖNTE ARBEIT

 

                   

Stiftung des Preises 1984 
1. Statut – zweijähriger Rhythmus

     
     

1985

 

Msgr. Dr. Bernhard Ehler

geb. 1952
Dekan in Kempten, Stadtpfarrer der Pfarrei St. Lorenz und Leiter der City-Seelsorge

 
 

Die Herrschaft des Gekreuzigten.
Ernst Käsemanns Frage nach der Mitte der Schrift (=Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft / Beihefte 46),
Berlin/New York De Gruyter 1986. XIII. 365 S.
ISBN 3-11-010397-4

 
                   
   

Die Dissertation befasst sich mit dem exegetischen Leitmotiv des evangelischen Theologen Ernst Käsemann (1906-1998), und zwar sowohl mit dem Problem der Dialektik von Geist und Buchstabe im Kanon der Schrift, als auch mit der theologischen Relevanz des historischen Jesus.

 
                   
   

Bischof Dr. Jozef Punt

geb. 1946
Bischof von Haarlem-Amsterdam und Apostolischer Administrator des Niederländischen Militärordinariats

 
 

Die Idee der Menschenrechte.
Ihre geschichtliche Entwicklung und ihre Rezeption durch die moderne katholische Sozialverkündigung
(=Abhandlungen zur Sozialethik 26),
Paderborn/München/Wien/Zürich Schöningh 1987. 269 S.
ISBN 3-506-70226-2

 
                   
   

Die Arbeit zeichnet die Entwicklung der Idee der Menschenrechte historisch nach, um dann zu untersuchen, warum der Gedanke einer universalen Menschenwürde sich im Mittelalter noch nicht in der Forderung universaler Menschenrechte ausgedrückt hat, obwohl er in der christlichen Schöpfungs- und Erlösungsordnung enthalten ist. Schließlich wird die Rezeption der Menschenrechtsidee durch die kirchliche Sozialverkündigung im 20. Jhdt. beschrieben.

 
                   

1987

 

Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Rees

geb. 1955
Professor für Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck

 
 

Der Religionsunterricht und die katechetische Unterweisung in der kirchlichen und staatlichen Rechtsordnung,
Regensburg Pustet 1986. 354 S.
ISBN 3-7917-1023-0

 
                   
   

Eine Behandlung der theologischen, religionspädagogischen, kirchenrechtlichen, kirchenvertraglichen sowie verfassungs- und staatsrechtlichen Probleme und Fragestellungen des Religionsunterrichtes.

 
                   

1989

 

Univ.-Prof. i.R. Dr. Elisabeth Reil

geb. 1946
Pensionierte Professorin für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts am Institut für Katholische Theologie der Universität Koblenz-Landau

 
 

Aurelius Augustinus. De catechizandis rudibus.
Ein religionsdidaktisches Konzept
(=Studien zur praktischen Theologie 33),
St. Ottilien EOS-Verl. 1989. X. 361 S.
ISBN 3-88096-963-9

 
                   
   

Ein Versuch, die Katechese Augustins in neuere didaktische Begriffskategorien zu übersetzen, der gezeigt hat, dass sie auch für die heutige und zukünftige Religionsdidaktik von programmatischer Bedeutung ist.

 
                   
   

Weihbischof Dr. rer. pol. Dr. theol. Anton Losinger

geb. 1957
Weihbischof der Diözese Augsburg und Titularbischof von Vazi-Sarra
Dompropst
Leiter der "Hauptabteilung V: Schule" im Bisch. Ordinariat Augsburg

 
 

„Iusta autonomia“.
Studien zu einem Schlüsselbegriff des II. Vatikanischen Konzils
(=Abhandlungen zur Sozialethik 28),
Paderborn/München/Wien/Zürich Schöningh 1989. 270 S.
ISBN 3-506-70228-9

 
                   
   

Der Verfasser setzt sich mit der vom Konzil betonten Eigengesetzlichkeit der irdischen Wirklichkeiten auseinander. Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit den geistesgeschichtlichen Momenten der Entstehung des neuzeitlichen Autonomiebegriffs und der Problematik seiner Rezeption in der Theologie. Im zweiten Teil geht es um die „relative Autonomie der irdischen Wirklichkeiten“ als theologischem Strukturprinzip der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“.

 
                   

1990/91

 

apl. Univ.-Prof. Dr. Jürgen Werlitz

geb. 1961
Außerplanmäßiger Professor am Lehrstuhl für Biblische Theologie an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Augsburg
Honorarprofessor der PTH Benediktbeuern
Dozent im Bachelorstudiengang Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, Standort Benediktbeuern

 
 

Studien zur literarkritischen Methode.
Gericht und Heil in Jesaja 7,1-17 und 29,1-8
(=Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft / Beihefte 204),
Berlin/New York De Gruyter 1992. X. 351 S.
ISBN 3-11-013488-8

 
                   
   

In seiner Dissertation hat sich Jürgen Werlitz mit einem der zentralen Probleme der Exegese von Jesaja 1-39 beschäftigt, dem bemerkenswerten Ineinander von Gericht und Heil in einigen Texten des Protojesaja, für das es bis heute keine konsensfähigen Lösungen gibt. Werlitz nahm dieses Problem zum Anlass für eine methodologische Untersuchung zur alttestamentlichen Literarkritik. Der Beitrag zur Methodendiskussion versuchte in Auseinandersetzung mit den in der Exegese praktizierten gängigen Grundtypen der Literarkritik Aufgabe und Verfahren dieses Methodenschrittes bzw. dieser Frageperspektive der historisch-kritischen Exegese zu erheben und veranschaulichte die Problematik literarkritischer Entscheidungen an zwei Textbeispielen aus dem Jesajabuch, nämlich der Immanuelweissagung in Jes 7,1-17 und dem Ariellied in Jes 29,1-8, mithin Texten, die in ihrer Endgestalt von einer Ambivalenz von Gericht und Heil bestimmt sind, wofür nach den vorgelegten Studien nicht der historische Jesaja verantwortlich zeichnet, sondern jeweils ein komplexer Redaktionsprozess, der in beiden Fällen der schon nicht mehr authentischen Grundschicht den Heilsaspekt zuwachsen ließ.

 
                   

1992

 

apl. Univ.-Prof. Dr. Adalbert Keller

Außerplanmäßiger Professor für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Augsburg
Ständiger Diakon
Leiter der Abteilung Kirchliche Bildungsarbeit im Bistum Augsburg (Akademisches Forum und Katholische Erwachsenenbildung)

 
 

Aurelius Augustinus und die Musik.
Untersuchungen zu „De musica“ im Kontext seines Schrifttums
(=Cassiciacum 44),
Würzburg Augustinus-Verl. 1993. 354 S.
ISBN 978-3-429-04130-4

 
                   
   

Die Schrift Augustins „Über die Musik“ bezeichnet dessen geistigen Prozess von der Hochschätzung der traditionellen Bildung hin zum christlichen Glauben und versucht so, Antike und Christentum in Deckung zu bringen.

 
                   
                   

neues Statut 1993
jährliche Preisverleihung

         
               

1993-1994

 

keine Preisvergabe

             

1995

 

Univ.-Prof. Dr. Hans Mendl

geb. 1960
Professor für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Passau
Verheiratet und Vater von drei Kindern

 
 

Literatur als Spiegel christlichen Lebens.
Religiöse Kinder- und Jugenderzählungen katholischer Autoren von 1750 bis 1850
(=Studien zur praktischen Theologie 44),
St. Ottilien EOS-Verl. 1995. 460 S.
ISBN 3-88096-724-5

 
                   
   

Die religionspädagogisch angelegte Arbeit stellt ein Kompendium der katholischen erzählenden Literatur für Kinder und Jugendliche im Zeitraum von 1750 bis 1850 dar. Gezeigt wird, wie es den zahlreichen süddeutschen Autoren – häufig Priestern auf dem Land – gelang, von der Tradition geprägte Vorgaben des Erzählerischen mit katechetischen, pädagogischen und literarischen Innovationen anzureichern und umzugestalten.

 
                   

1996

 

keine Preisvergabe

             

1997

 

apl. Univ.-Prof. Dr. Gerda Riedl M.A.

geb. 1961
Außerplanmäßige Professorin für Dogmatik an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Augsburg
Leiterin der Hauptabteilung VI: Grundsatzfragen: Glaube und Lehre - Hochschule - Gottesdienst und Liturgie, Bisch. Ordinariat Augsburg
Diözesanrichterin

 
 

Modell Assisi.
Christliches Gebet und interreligiöser Dialog in heilsgeschichtlichem Kontext
(=Theologische Bibliothek Töpelmann 88),
Berlin/New York De Gruyter 1998. XIII. 523 S.
ISBN 3-11-015814-0

 
                   
   

Die Verfasserin setzt sich mit den Fragen auseinander, ob es wirklich möglich ist, unbeschadet ‚illegitimer‘ Dimensionen nichtchristlicher Religionen (in Glaubens- und Sittenfragen) zusammen zu sein, um zu beten; ferner, ob man aus christlicher Perspektive davon überzeugt sein darf, dass der Heilige Geist als dritte trinitarische Person das nichtchristliche Gebet durchströme und ihm damit wirkmächtigen Eigenwert verleihe; schließlich, ob sich derartige Gebetstreffen mit der christlichen Tradition vereinbaren lassen.

 
                   

1998-2002

 

keine Preisvergabe

             
                   
                   

geändertes Statut 2003

         
                   

2003

 

Bischof Dr. Stefan Oster SDB

geb. 1965
Bischof von Passau,
zuvor Professor für Dogmatik an der PTH Benediktbeuern

 
 

Mit-Mensch-Sein.
Phänomenologie und Ontologie der Gabe bei Ferdinand Ulrich
(=Scientia & religio 2),
Freiburg [Breisgau]/München Alber 2004. 563 S.
ISBN 3-495-48126-5

 
                   
   

Die Dissertation beschäftigt sich mit dem Problem des Verhältnisses des Menschen zum Anderen seiner selbst und stellt sich die Frage nach der Möglichkeit einer Vermittlung von traditionellen metaphysischen Positionen abendländischer Philosophie mit der Philosophie des Dialogs. Im Fokus steht hierbei das Werk des Regensburger Philosophen Ferdinand Ulrich (*1931).

 
                   

2004

 

keine Preisvergabe

             

2005

 

Dr. Christian Pöpperl

geb. 1971
Oberstudienrat am Gymnasium Wertingen

 
 

Auf der Schwelle.
Ästhektik des Erhabenen und negative Theologie: Pseudo-Dionysius Areopagita, Immanuel Kant und Jean-François Lyotard
(=Epistemata, Reihe Philosophie 420),
Würzburg Königshausen & Neumann 2007. 382 S.
ISBN 978-3-8260-3451-0

 
                   
   

Das Erhabene hat im 20. Jahrhundert eine erstaunliche Renaissance erlebt. Diese verdankt sich seiner Fähigkeit, im Bereich der Ästhetik das Undarstellbare zu thematisieren. Ein Motiv, das mit der Tradition der negativen Theologie einen festen Platz im theologischen Denken hat. Gibt es also eine Brücke zwischen Theologie und Ästhetik, zwischen Religion und Kunst?

 
                   
   

Dr. Ludwig Neidhart

geb. 1963
Religionslehrer am Maria-Theresia-Gymnasium Augsburg
Lehrbeauftragter für Philosophie an der Phil.-Soz. Fakultät der Universität Augsburg

 
 

Unendlichkeit im Schnittpunkt von Mathematik und Theologie,
Göttingen Cuvillier 2., überarb. Aufl. 2008. X. 881 S.
ISBN 978-3-86727-588-0

 
                   
   

Der mathematische Teil des Buches stellt die Grundlagen der Unendlichkeitslehre sicher, indem hier eine klare Begriffsbestimmung des Unendlichen erfolgt und die Einsicht in die Widerspruchsfreiheit und die wesentlichen Eigenschaften des Unendlichen vermittelt werden. Im theologischen Teil stellt der Verfasser die drei großen Unendlichkeitsfragen, die im Brennpunkt des Interesses aller Metaphysik stehen: ob ein unendlicher Gott existiert, ob der Mensch vermöge einer unsterblichen Seele an der Unendlichkeit teilhaben kann und ob Unendlichkeiten im Kosmos auftreten können.

 
                   

2006

 

Dr. Hans Jörg Sellner

geb. 1976
Mathematiker im Bereich Kreditrisikomodellierung

 
 

Das Heil Gottes.
Studien zur Soteriologie des lukanischen Doppelwerks
(=Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft / Beihefte 152),
Berlin/New York De Gruyter 2007. XIII. 591 S.
ISBN 978-3-11-019699-3

 
                   
   

Der Autor kommt in seinem Werk zu dem Schluss, dass sich Lukas in der Gesamtanlage seines Werkes – in Strukturen großen Maßstabs wie im Kleinen – nicht nur als begnadeter Erzähler, sondern auch als ein sich der Erzählform bedienender, planvoll agierender Heils-Theologe erweist.

 
                   

2007-2011

 

keine Preisvergabe

             
                   
                   

geändertes Statut 2009
Erweiterung auf Promotions- und Habilitationsleistungen

         
                   

2012

 

Dr. Dominik Helms

geb. 1982
Wiss. Mitarbeiter und Habilitand am Lehrstuhl für Alttestamentliche Exegese der KTF der Universität Augsburg

 
 

Konfliktfelder der Diaspora und die Löwengrube.
Zur Eigenart der Erzählung von Daniel in der Löwengrube in der hebräischen Bibel und der Septuaginta
(=Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft / Beihefte 446),
Berlin/Boston Mass. De Gruyter 2014. XI. 610 S.
ISBN 978-3-11-030949-2

 
                   
   

Die hebräische Bibel und die in der Diaspora verfasste griechische Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta) haben je eigenständige Überlieferungen dieser Perikope in verschiedenen Kulturkreisen. Anhand einer vergleichenden narrativen Analyse zeigt die vorliegende Untersuchung das spezifische Profil beider Texte und ihre unterschiedliche literarhistorische Einordnung auf. Damit ergeben sich neue Perspektiven für das Verständnis des Übersetzungsprozesses.

 
   

Pressemeldung zur Preisverleihung

 
                   

2013

 

Dr. Ursula Lievenbrück

Studienreferendarin am Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium, Ratingen/NRW

 
 

Die Entwicklung des systematischen Gnadentraktats.
Zwischen donum supernaturale und Selbstmitteilung Gottes,
Münster Aschendorff 2014. 1088 S.
ISBN 978-3-402-11890-0

 
                   
   

Um das Thema „Gnade“ ist es stiller geworden in der neueren theologischen Diskussion: Zu problematisch, zu sperrig erscheint dieser Begriff oft. Die in der vorliegenden Studie unternommene detaillierte Nachzeichnung von Entwicklungslinien des neueren Gnadentraktats beleuchtet also nicht nur ein Wegstück dogmatischer Disziplingeschichte, sondern wirft zugleich ein Schlaglicht auf verschiedene „Wetterwinkel“ theologischer Erneuerungsbestrebungen des vergangenen Jahrhunderts und versucht schließlich auch, den Nachvollzug der Debatten zum Thema fruchtbar zu machen.

 
   

Pressemeldung zur Preisverleihung