Haushalt / Jahresabschluss

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Doppelhaushalt 2015/2016 der Diözese Augsburg

Wir freuen uns über Ihr Interesse an den Leistungen und Angeboten der Kirche von Augsburg und den dafür benötigten finanziellen Mitteln, gleich ob Sie Mitglied unserer Kirche sind oder nicht.

Der Diözesansteuerausschuss hat nach Vorberatung des Finanzausschusses den vorliegenden Doppelhaushalt am 18.03.2015 einstimmig beschlossen. Das kirchliche Leistungsspektrum in Gottesdienst, Verkündigung und Dienst am Nächsten erfährt in den kommenden beiden Jahren besondere Schwerpunkte in der Hilfe für Asylsuchende, der Unterstützung der Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie der religiösen Ansprache junger Menschen.

Nähere Informationen finden Sie in der untenstehenden Datei.

Wenn Sie bei der Lektüre weitergehende Fragen zum Haushalt und zur Verwendung der Kirchensteuermittel haben, können Sie uns gerne über unsere Pressestelle (E-Mail: info@bistum-augsburg.de) kontaktieren.

Ihr
Klaus Donaubauer
Bischöfl. Finanzdirektor

 

katholisch1.tv-Interview mit Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer

 

 

Jahresabschlüsse 2015

Die Jahresabschlüsse der Diözese Augsburg, des Bischöflichen Stuhls sowie des Domkapitels zum 31.12.2015 sind von den zuständigen Gremien verabschiedet worden. Die nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuchs aufgestellten Abschlüsse haben wiederum jeweils den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk durch unabhängige Wirtschaftsprüfer erhalten. Ergänzt wird der Jahresabschluss erstmalig auch um eine Lageberichterstattung, die eine Einschätzung bestehender Zukunftsrisiken vornimmt.

Nach Aussage von Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer war das Jahr 2015 einnahmeseitig geprägt von der anhaltend guten Konjunktur und Arbeitsmarktsituation in unserer Region. Sie führte zu einem Anstieg der Kirchensteuererträge von € 303,3 Mio. auf € 337,9 Mio. Dieser deutliche Zuwachs ist allerdings auch beeinflusst durch überdiözesane Verrechnungen für Vorjahre. Das Jahresaufkommen an Kirchensteuer ist um 8,1 % gewachsen. Die übrigen Erträge liegen insgesamt unter dem Vorjahr; dies gilt insbesondere für die Vermögenserträge, die auch von dem weiter rückläufigen Zinsniveau beeinträchtigt waren.

Das Wachstum der Kirchensteuererträge wurde auf der Ausgabenseite insbesondere an die Pfarreien im Bistum weitergegeben. Die direkten Zuwendungen für Personal-, Bau- und Sachbedarf der Pfarrseelsorge stiegen um gut
10 % auf € 113,4 Mio. Zusammen mit den von der Diözese voll getragenen Personalkosten für Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter floss erneut gut die Hälfte des Kirchensteueraufkommens direkt in die Seelsorge vor Ort. Hierin enthalten sind rund € 40,5 Mio. für den Erhalt der Kirchen, Kapellen, Kindergärten und des übrigen Gebäudebestands der rund 1.000 Pfarrgemeinden. Dies entspricht einer Steigerung um 15 %.

Gestiegen sind auch die Personalaufwendungen für den Religionsunterricht an den Grund-, Haupt- und weiterführenden sowie berufsbildenden Schulen, und zwar von € 24,7 Mio. auf € 25,7 Mio. Wie Generalvikar Msgr. Harald Heinrich anlässlich der Veröffentlichung des Jahresabschlusses betont, sei der Religionsunterricht für eine immer säkularer werdende Gesellschaft von nicht zu unterschätzender Bedeutung. „Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder und Jugendliche daheim eine religiöse Sozialisation erfahren. Mit dem Religionsunterricht können wir wenigstens einen Teil dieses Defizits auffangen. Ich nehme auch sehr bewusst wahr, dass dieser prägende Wert des Religionsunterrichts bei den Eltern, aber auch den politisch Verantwortlichen anerkannt und geschätzt wird“, so der Generalvikar. Er danke deshalb allen Lehrerinnen und Lehrern, die dieses Fach im Bistum Augsburg mit großem Einsatz unterrichten und den Schülern damit eine Orientierung für ihr ganzes weiteres Leben mit auf den Weg geben.

Einen besonderen Akzent setzt das Bistum Augsburg regelmäßig auch im karitativen Bereich. Als Beispiel hierfür gilt neben der Hilfe für Flüchtlinge ein Projekt, das im Oktober vergangenen Jahres in Königsbrunn bei Augsburg gemeinsam mit der dortigen Pfarrei und der Caritas eröffnet wurde. In einem neu errichteten Sozialzentrum rund um die Kirche St. Ulrich sind unter anderem Beratungseinrichtungen der Caritas und die Königsbrunner Tafel beheimatet, aber auch eine inklusive Wohngruppe für Menschen mit Behinderungen. Die Diözese Augsburg hat dieses Projekt mit € 3,5 Mio. unterstützt; insgesamt gingen im Jahr 2015 im sozial-karitativen Bereich seitens der Diözese € 15,6 Mio. als Zuwendungen an verschiedene kirchliche Einrichtungen.

Verstärkte Anstrengungen wurden auch für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen unternommen. Die Diözese und ihre Pfarreien unterstützten damit im vergangenen Jahr die Kommunen und Landkreise. Im Jahresabschluss 2015 schlug dieses Engagement mit € 3,7 Mio. zu Buche, es wird auch im laufenden Jahr unvermindert fortgesetzt und durch die Finanzierung neuer Aufnahmeeinrichtungen, etwa des Caritasverbandes, noch ausgebaut.

Das im Berichtsjahr erzielte Jahresergebnis von € 53,3 Mio. versetzt die Diözese auch in die Lage, die finanziellen Voraussetzungen für das im letzten Jahr angestoßene Zukunftsprojekt für den Bau bezahlbarer Wohnungen im Bistumsgebiet zu schaffen. „Die Planungen für die Realisierung mehrerer hundert Wohnungen im unteren und mittleren Mietsegment in den nächsten Jahren laufen. Hieran werden sich neben der Diözese auch der Bischöfliche Stuhl und andere ortskirchliche Stiftungen beteiligen“, kündigt Dr. Donaubauer an. Erste konkrete Wohnungsbauprojekte dieser Art sind in Augsburg, Bobingen und Landsberg geplant. Die Projektsteuerung liegt beim kirchlichen St. Ulrichswerk der Diözese Augsburg.

Auch der Bischöfliche Stuhl verzeichnete im Jahr 2015 eine zufriedenstellende wirtschaftliche Entwicklung. Bei deutlich positivem operativem Ergebnis ergab sich lediglich wegen der handelsrechtlich gebotenen Umgliederung von Pensionsrücklagen zu Pensionsrückstellungen ein rechnerischer Jahresfehlbetrag. Bilanzsumme und Vermögen blieben nahezu unverändert.

Erstmalig hat die Diözese Augsburg den Jahresabschluss um eine Lageberichterstattung ergänzt, die auch eine Einschätzung bestehender Zukunftsrisiken vornimmt. „Die aktuell günstige Steuerentwicklung darf den Blick auf konjunkturelle und demographische Risiken, auch auf die Folgen einer vergleichsweise hohen Zahl an Kirchenaustritten nicht verstellen“, so Finanzdirektor Dr. Donaubauer. Auch die Entwicklung an den Finanz- und Kapitalmärkten gibt Anlass zur Sorge, da Vermögenserträge für die nachhaltige Erfüllung umfangreicher Pensionsverpflichtungen fest eingeplant sind.